Keine Einbußen durch Finanzkrise – österreichische IT-Branche nach Deutschland innovativste in Europa
Diese positive Entwicklung wurde auch nicht von der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 nachhaltig gestört. Dies geht deutlich aus der Entwicklung der weltweiten Märkte für Software und IT-Dienstleistungen hervor. Gerade der österreichische Markt und auch die österreichischen Unternehmen konnten sich gut behaupten, wobei die Gründe dafür sehr vielfältig sind. So zeigt die weiterführende Analyse der Märkte österreichischer Unternehmen, dass
- der Markt in Österreich im internationalen Vergleich eher klein ist und durchaus noch über Wachstumspotential verfügt;
- die österreichischen Unternehmen aber nicht nur auf diesem Markt, sondern auch auf anderen Märkten mit Erfolg tätig sind;
- sich die Unternehmen bei der Internationalisierung vor allem, aber nicht ausschließlich, auf das benachbarte Ausland sowie Europa fokussieren, was im Vergleich zu anderen Ländern und Branchen nicht überraschend ist;
- der Fokus vor allem auf dem Geschäftskundenbereich und staatlichen Abnehmern liegt als auf Endnutzern, was aber angesichts der Schwerpunktbildung im Bereich IT-Dienstleistungen nicht überrascht;
- es bei der Kundenkonzentration und der fachlichen Spezialisierung große Unterschiede zwischen hoher und keine Konzentration beziehungsweise Spezialisierung gibt;
- die sich abzeichnenden Veränderungen in der Branche durch neue Technologien wie Cloud und Mobile Computing neue Nutzerbedürfnisse und Konsumverhalten sowie sich ergebenden neuen Geschäftsmodellen verfolgt und aufgenommen werden.
Die österreichischen Unternehmen gehören nach den deutschen zu den innovativsten in Europa (Bild 2). Ebenso ist die Exportquote im europäischen Vergleich gut positioniert (Bild 3)
Zukünftige Entwicklungspotenziale – Chancen und Herausforderungen
Wie sich diese im Detail auf die Unternehmen als auch die Branche insgesamt auswirken ist noch offen und hängt von weiteren Entwicklungen ab, doch werfen diese sich abzeichnenden Veränderungen die Frage nach zukünftigen Entwicklungspotenzialen auf. Wesentlich sind dafür die Rahmenbedingungen für Innovationen und Wachstum, die eine zentrale Rolle in einer solch dynamischen Branche spielen. Deren Analyse zeigt einige Chancen und Herausforderungen für die Nutzung der zukünftigen Potenziale der Software- und IT-Dienstleistungsbranche in Österreich auf. Dazu zählen insbesondere:
- die Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen, wo beispielsweise in Österreich die Verfügbarkeit von Venture Capital generell eher gering ist, aber die Branche von dem verfügbaren Kapital stark profitiert;
- die Verfügbarkeit von Humankapital, wo man in den letzten Jahren zwar aufgeholt hat, aber wo noch immer Verbesserungspotenziale existieren;
- die Absorptionsfähigkeit neuer Technologien durch Unternehmen, Staat sowie Konsumenten und Bürger, die ein durchaus differenziertes Bild zeichnet;
- die Gründungsbedingungen, wo die Affinität zu Gründer- und Unternehmertum sehr positiv ist, aber umständliche Prozeduren womöglich verhindern, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird.
Natürlich sollte es nicht Ziel sein, einzelne dieser Indikatoren zu optimieren, denn sie stehen untereinander sowie mit anderen Entwicklungen in Wechselwirkung. Jedoch sind sie geeignet einen ersten Eindruck zu vermitteln, wo weitere Analysen ansetzen können.
Die für diese Untersuchung verwendeten Daten stammen überwiegend aus zwei Quellen. Die erste Quelle besteht aus einer Analyse von Sekundärdaten, welche im wesentlichen Quellen wie offizielle Statistiken, Marktstudien, Technologieberichte und weitere Studien umfasste. Die zweite Quelle bildet eine Umfrage unter österreichischen Software- und IT-Firmen.
Kommentare zur Studie
Mag. Markus Klemen, Geschäftsführer SBA Research
„SBA Research unterstützt als Forschungszentrum die österreichische Softwareindustrie mit Forschungsarbeit im Bereich IT-Sicherheit. Die vorliegende Studie bietet einen hervorragenden Überblick über die gegenwärtige Gesamtsituation in Österreich im europäischen Kontext und der Positionierung der Unternehmen in diesem kritischen Bereich. Damit gibt sie IT-Unternehmen in Österreich ein wertvolles Werkzeug in die Hand um zukünftige Forschungsagenden noch effektiver zu bündeln, sowie auch neu entstehende Problematiken frühzeitig erkennen zu können. Für SBA Research als Know-How-Lieferant in zahlreichen Projekten der österreichischen Industrie ist Informationssicherheit als das zentrale Thema der nächsten Jahre anzusehen, speziell bedingt durch die rasante Entwicklung neuer Technologien wie Cloud-Computing oder Mobile Computing."
Herr Mag. (FH) Kuen von der Wirtschaftsagentur Wien ist der Meinung, dass „Die Studie zeigt, dass die österreichische IT-Branche besonders schnell und dynamisch wächst und einen grundlegenden Wandel durchläuft. Dies bedeutet auch ein Potenzial für neue Kunden und Produkte. Wir unterstützen seit Jahren diesen Trend. Mit dem IT-Cluster Wien und spezifischen Förderprogrammen hat die Wirtschaftsagentur Wien einen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet und wird auch in Zukunft auf neue Trends, wie Cloud und Mobile Computing, eingehen. Cluster sind eine starke Antwort auf komplexe und internationale Wachstumsmärkte. Die Wirtschaftsagentur Wien hat durch den IT-Cluster Wien ein hervorragendes Branchennetzwerk geschaffen, in dem Unternehmen noch besser auf diese Herausforderungen reagieren können."
www.wirtschaftsagentur.at